Weniger ist mehr – Swiss Chalet 4.0

Gira Referenz: Hochwertiges Chalet in St. Gallen, Außenansicht mit Pool

Auf den ersten Blick wirkt das Swiss Chalet 4.0 wie ein zurückhaltendes, regionaltypisches Holzhaus. Doch hinter der Schindelfassade verbirgt sich ein hoch technisiertes Wohngebäude, in dem Architektur, Komfort und Gebäudeautomation konsequent konzipiert und umgesetzt wurden. Das von dem Architekturbüro Matteo Thun & Partners entworfene Chalet in der Ostschweiz folgt dabei einem klaren Prinzip: maximale Qualität und modernster Komfort bei einem möglichst geringen sichtbaren und baulichen Footprint.


Gira Referenz: Hochwertiges Chalet in St. Gallen, Außenansicht mit Pool und Bergblick

Architekt
Matteo Thun & Partners
matteothun.com

Fotografie
Andrea Garuti
andreagaruti.it

Standort
Ostschweiz


Im Mittelpunkt der Planung stand nicht jede Funktion jederzeit bedienbar zu haben und damit eine hohe Anzahl von Bedienelementen zu erzeugen, sondern der konkrete Nutzen weniger aber wichtiger Funktionen im Alltag. Komplexe Funktionen laufen im Hintergrund auf Basis einer KNX-Installation. So reagiert das Gebäude auf unterschiedliche Alltagssituationen, schützt seine technische Infrastruktur und lässt sich langfristig an neue Lebensphasen anpassen.

Die Technik bleibt dabei bewusst im Hintergrund. Wenige gezielt platzierte Bedienelemente und ausgewählte Fernzugriffe sorgen für eine intuitive Bedienung, während die eigentliche Gebäudeintelligenz automatisch arbeitet.

Ein Chalet, das grösser ist, als es scheint

Mit seiner reduzierten Holzfassade fügt sich das Swiss Chalet selbstverständlich in die hügelige Voralpenlandschaft ein. Das oberirdisch zweigeschossige Gebäude nimmt die Formensprache traditioneller regionaler Bauten auf und übersetzt sie in eine puristische, zeitgemässe Architektur.

Dass sich hinter dem scheinbar kleinen Haus eine Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern verbirgt, erschliesst sich erst auf den zweiten Blick. Vier Untergeschosse reichen tief in den Hang hinein. Drei davon nehmen unter anderem die Automobilsammlung des Eigentümers auf und sind über einen nahezu unsichtbaren Autolift erreichbar. Verborgene Technik wird damit nicht nur zum funktionalen, sondern auch zum architektonischen Leitmotiv.

Lärchenholz im Aussenbereich, Esche und der weite Blick in die Landschaft bestimmen die Atmosphäre im Inneren. Materialien und Handwerksleistungen stammen aus der Schweiz. Gleichzeitig ist das Gebäude vollständig rückbaubar und darauf ausgelegt, seine Energie selbst zu erzeugen. So verbindet das Chalet regionale Verantwortung mit kompromisslosem Design und moderner Gebäudetechnik.

Gira Referenz: Hochwertiges Chalet in St. Gallen, Außenansicht vom Garten

Ein Haus für unterschiedliche Lebensphasen

Swiss Chalet 4.0 wurde als langfristig anpassbares Wohnhaus geplant. Automatisierte Schiebetüren unterstützen barrierearme Wege und erleichtern zugleich alltägliche Abläufe. Sie können je nach Situation manuell, per Bewegungserfassung oder automatisiert betrieben werden. Durch den Verzicht auf Schwenkbereiche benötigen Schiebetüren weniger Platz als herkömmliche Türen und bieten zusätzliche Vorteile für eine altersgerechte Nutzung. Gleichzeitig erleichtern sie im Bedarfsfall den Zugang für Rettungskräfte und tragen zu einer flexibleren Raumplanung bei. Auch andere Funktionen der Gebäudeautomation sind konsequent auf Komfort, Sicherheit und eine einfache Bedienung ausgelegt. So lassen sich beispielsweise Aussenanlagen und technische Einrichtungen komfortabel aus dem Haus oder aus der Ferne steuern.

Ein Beispiel dafür ist die automatisierte Umstellung zwischen Sommer- und Winterbetrieb, die Aussenanlagen wie z. B. die Gartenbewässerung und die gesamte Quellwassertechnik zuverlässig vor Frostschäden schützt.

Verändern sich die Bedürfnisse der Bewohner oder wechselt der Eigentümer, können Räume, Zugangsrechte und Automationen angepasst werden, ohne die technische Infrastruktur neu aufbauen zu müssen. Die Funktionen lassen sich später neu konfigurieren. Diese Flexibilität macht das KNX-System zu einem wichtigen Bestandteil des langfristigen Werterhalts.

Gleichzeitig schafft die flexible Gebäudestruktur die Voraussetzung dafür, Immobilien über unterschiedliche Lebens- und Nutzungsphasen hinweg wirtschaftlich zu betreiben. Für Betreiber erhöht dies die Zukunftsfähigkeit der Immobilie, da sich veränderte Anforderungen einer Umnutzung ohne aufwendige Umbauten oder Eingriffe in die technische Infrastruktur umsetzen lassen.

Komplexe Technik bleibt unsichtbar

Wenig sichtbare Lautsprecher, kaum ein konventioneller Lichtschalter und möglichst wenige technische Elemente stören das klare Innenraumkonzept. Beleuchtung, Audiotechnik und Gebäudefunktionen sind weitgehend in Wände, Decken und hölzerne Einbauten integriert.

Im Hintergrund bildet das KNX-System, der weltweit anerkannten Standard für Gebäudeautomation, die technische Basis. Der Gira FacilityServer verknüpft die unterschiedlichen Gebäudefunktionen und verarbeitet die zahlreichen Sensorinformationen und logischen Bedingungen. Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung, Sicherheitssysteme und ausgewählte technische Geräte können dadurch gemeinsam gesteuert und überwacht werden. Der Zugriff auf definierte Funktionen ist auch aus der Ferne möglich.

Für die Bedienung im Haus kommen unter anderem das Multitouch-Display Gira G1 und der Gira Tastsensor 4.55 zum Einsatz. Als zentrale Bedienstellen ermöglichen diese die intuitive, manuelle Bedienung von Licht, Beschattung sowie individuell programmierten Szenen im Raum und fügen sich dezent in das architektonische Konzept ein.

Gira Referenz: Hochwertiges Chalet in St. Gallen, Innenansicht Flur und Wohnraum

Selektive Zugänge für Reinigung, Wartung und Lieferung

Eine besondere Rolle spielt die intelligente Zutrittssteuerung. Über Fingerprint-Leser können individuelle und zeitlich begrenzte Berechtigungen vergeben werden. Erhält beispielsweise die Reinigungskraft Zugang, gibt das System automatisch die benötigten Schiebetüren zur Öffnung frei und schaltet die Beleuchtung in den Wohn-, Neben- und Funktionsräumen ein. Ausserhalb des festgelegten Zeitfensters bleibt der Zutritt gesperrt.

Für Wartungsarbeiten stellt die Gebäudeautomation einen eigenen Handwerkermodus zur Verfügung. Dabei wird ein separater Eingang geöffnet und der Weg zum Technikbereich beleuchtet. Gleichzeitig verriegeln sich die Türen zu den privaten Wohn- und Gästebereichen. Anlagen wie Wärmepumpe, Schwimmbad- oder Saunatechnik können so gewartet werden, ohne dass der Dienstleister das eigentliche Wohnhaus betreten muss.

Auch Paketlieferungen lassen sich bei Abwesenheit sicher organisieren. Der Eigentümer kann das Gartenhaus aus der Ferne öffnen und als geschützten Ablageort freigeben. Sobald die Tür benutzt wird, informiert das System per E-Mail.

Die digitale Organisation von Zugangsrechten reduziert den administrativen Aufwand im laufenden Betrieb. Gleichzeitig lassen sich Dienstleister, Wartungsunternehmen und Servicepersonal kontrolliert in bestehende Prozesse integrieren, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Privatsphäre eingehen zu müssen.

Sensorik, die Situationen erkennt

Eine Vielzahl von Temperaturfühlern, Bewegungs- und Rauchmeldern sowie Tür- und Fensterkontakten liefert dem Gira FacilityServer die notwendigen Informationen zur Umsetzung der komplexen Abläufe und Anforderungen. Türen werden nicht lediglich als geöffnet oder geschlossen erkannt. Das System kann zusätzlich auswerten, ob sie verriegelt oder nur unverriegelt geschlossen sind. Dadurch lassen sich Zugangs-, Anwesenheits- und Sicherheitsfunktionen präzise aufeinander abstimmen.

KNX-Strommessmodule überwachen zudem ausgewählte Verbraucher. Bleibt etwa die typische Leistungsaufnahme eines Gefriergeräts über einen festgelegten Zeitraum aus, kann das auf eine technische Störung hinweisen. Die zentrale Steuerungstechnik ist zusätzlich über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gegen kurze Netzausfälle abgesichert.
Die kontinuierliche Überwachung technischer Anlagen unterstützt einen zuverlässigen Gebäudebetrieb und ermöglicht das frühzeitige Erkennen potenzieller Störungen. Dadurch lassen sich Ausfälle, Folgeschäden und unnötige Serviceeinsätze vermeiden.

Automatisch auf den Winter vorbereitet

Ein Beispiel für die intelligente Gebäudeautomation ist die Umschaltung zwischen Sommer- und Winterbetrieb. Die entsprechende Szene kann vom Bewohner gezielt aktiviert werden, etwa zum Ende der Gartensaison. Dabei werden wasserführende Aussenleitungen und Brunnen automatisch entleert und anschliessend mehrfach mit Druckluft ausgeblasen. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Schritte meldet das System den aktiven Winterbetrieb.

Darüber hinaus überwacht die Gebäudeautomation kontinuierlich Wetter- und Temperaturdaten. Drohen bei Abwesenheit der Bewohner plötzlich Frost oder Schneefall, kann sie die Winterisierung selbstständig auslösen. Zusätzlich schliesst eine äussere Holzschiebetür automatisch, um Fenster und Eingangsbereiche vor Schneeverwehungen zu schützen. So werden Aussenanlagen und technische Einrichtungen zuverlässig vor Witterungs- und Frostschäden geschützt, auch wenn niemand vor Ort ist.

Automatisierte Schutzfunktionen entlasten Eigentümer und Betreiber insbesondere bei selten genutzten oder saisonal bewohnten Immobilien. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Wartungsaufwand und witterungsbedingte Folgekosten dauerhaft zu reduzieren.

Gira Referenz: Hochwertiges Chalet in St. Gallen, Innenansicht Wohnraum

Komplexe Funktionen, bewusst einfach bedient

Trotz der umfangreichen Automation folgt das Bedienkonzept einem klaren Grundsatz: „Weniger ist mehr.“ Anstelle zahlreicher Schalter, Taster und Displays kommen wenige hochwertige und haptisch erfassbare Bedienelemente zum Einsatz. Denn nicht jede Information muss permanent auf einem Display erscheinen und nicht jede Funktion benötigt ein eigenes Bedienelement.

Im Alltag erfolgt die Bedienung über wenige Tastsensoren. Je nach Tastendruck können unterschiedliche Funktionen ausgelöst und mehrere Abläufe in sogenannten Szenen zusammengefasst werden. Über das Multitouch-Display Gira G1 lassen sich zentrale Gebäudefunktionen, Zustände und Einstellungen übersichtlich visualisieren und steuern.

Welche Bedienoberfläche genutzt wird, richtet sich nach der jeweiligen Situation. Im Gebäude werden alltägliche Funktionen direkt über Taster aufgerufen. Einstellungen und Grenzwerte lassen sich über die Visualisierung am Gira G1 anpassen. Unterwegs konzentriert sich der Zugriff per Smart-Home-App auf tatsächlich relevante Anwendungen wie Türfreigaben, Kamerabilder und Servicezugänge.

 

Für Veränderungen geplant

Ändern sich Lebensgewohnheiten, entstehen neue Anforderungen an Barrierefreiheit oder wechselt der Eigentümer, können Zugangsrechte, Räume und Automationen angepasst werden.

Die im Gebäude installierte Sensorik und KNX-Infrastruktur schaffen die Grundlage für zukünftige Nutzungsänderungen. Funktionen können neu programmiert und Bedienkonzepte angepasst werden, ohne die technische Basis im Gebäude verändern zu müssen. Damit entsteht eine langfristig nutzbare digitale Infrastruktur, die auch bei Umnutzung, Modernisierung oder Eigentümerwechsel erhalten bleibt. Diese Anpassungsfähigkeit kann die Werthaltigkeit der Immobilie erhöhen und reduziert den Aufwand für spätere technische Nachrüstungen.


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